"KENT
AVENUE" - Fotostrecke
Fotografien entlang einer Straße
in Williamsburg / Brooklyn / New York / USA
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Heimat
BANDO
| Oktober 2009 Fotoausstellung von Werner
Schaarmann im Goethe-Institut Japan in Osaka, Umeda Sky Building, Tower
East 35F
Im Oktober 2009 ist mit "Heimat BANDO" im
Empfangsraum des Goethe-Instituts in Osaka die zweite Fotoausstellung
in diesem Jahr zu sehen. Die Schau dokumentiert
die Spurensuche des Hamburger Malers und Bildhauers Werner
Schaarmann im ehemaligen japanischen Kriegsgefangenenlager
BANDO in Naruto. In der Gegenüberstellung von neuen
Aufnahmen und Archivbildern findet die außergewöhnliche,
kulturelle Völkerverständigung ihren künstlerischen
Ausdruck.
Heimat BANDO
| Juni und Juli 2009 | Naruto / Japan
WERNER SCHAARMANN | photographisch
dokumentierte Spurensuche und Spurensicherung im ehemaligen
Kriegsgefangenenlager BANDO, Japan.
Im Juni und Juli 2009 wird der Hamburger
Photograph und Künstler Werner Schaarmann - auf Einladung
des Oberbürgermeisters der Stadt Naruto / Japan -
eine photographisch dokumentierte Spurensuche und Spurensicherung
im ehemaligen Kriegsgefangenenlager
BANDO aufnehmen.
Von April 1917 bis Dezember 1919 waren
etwa 953 deutsche und österreich-ungarische Soldaten
in Bando inhaftiert.
Nahezu hundert Jahre sind vergangen, seit
deutsche Kriegsgefangene, ihre japanischen Wachsoldaten
und die um das Lager lebende japanische Bevölkerung
eine Form der
Koexistenz geschaffen haben, die in der Geschichte der Völker ihresgleichen
sucht.
Den deutschen Soldaten aus Tsingtau ist
es gelungen, ihre Kultur nicht als Bollwerk gegen den "Feind" im
Lager zu funktionalisieren, sondern sie im Gegenteil für
alle Beteiligten
offen sichtbar und hörbar werden zu lassen.
Diese fremde Kultur muß den japanischen
Offizieren und Mannschaften anfänglich recht seltsam
erschienen sein.
Von deutschem Brot bis hin zur Aufführung der 9.ten Symphonie Beethoven´s
drang Ungewohntes aus dem Lager.
Den deutschen Marinesoldaten und ihren Offizieren ist es aber durch ihre
Fertigkeiten in vielen Bereichen des Handwerks und der Kunst gelungen,
Neugierde, Interesse und endlich Sympathie für ihre kulturelle Sache
zu wecken.
Beethovens „Symphonie Nr. 9“ wurde
1918 in Japan zum ersten Mal durchdas Lagerorchester
aufgeführt. Der Austausch zwischen Deutschen und
Japanern setzte sich auch nach Schließung des
Lagers fort, da sich eine größere Anzahl
von Deutschen nach ihrer Entlassung in Japan niederließ.
Man kann davon ausgehen, daß sich
bewusste wie unbewusste Dialoge in Originaldokumenten,
handwerklichen Erzeugnissen etc. manifestiert haben, denen
es aus heutiger Sicht nachzuforschen gilt.
Menschlichkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft
unter Kriegsgegnern auch in Zeiten höchster Anspannung
Was ist sichtbar geblieben ?
Gibt es noch lebendige, von den Gefangenen beeinflußte Zeichen
deutsch - japanischer Kultur ?
Wie ist die Landschaft in und um BANDO beschaffen ?
Welche Blicke hatten und haben Deutsche auf Japaner in Japan und Japaner
auf Deutsche in Japan?
Wie und wo fand menschliche Nähe zwischen den Protagonisten statt
? (Einige Gefangene wurden dauerhaft in Japan ansässig)
Wo und wie wurde "Heimat" im Lager hergestellt und wie ist
es gelungen diese "Heimat" für Japaner zugänglich
zu machen?
Die Ergebnisse der Spurensuche sollen beleuchten,
was möglich war und möglich bleibt. Alle Ergebnisse
sollen laufend in einen Ausstellungsraum integriert werden
und bis zum Abschluß der Spurensuche zu einer Photoinstallation
zusammenwachsen.
Nach Abschluß der Arbeit wird eine Dokumentation erscheinen.
Werner
Schaarmann´s Arbeitshintergrund sind
seine Beziehungen als Künstler zu Japan
seit 1992 (Stipendien in Sapporo und Kyoto und
Ausstellungsprojekte in Japan) und
sein Arbeitsschwerpunkt, die künstlerisch-archäologische
Spurensuche und Spurensicherung (siehe Kooperationen mit der FU
Berlin, der Universität Erlangen- Nürnberg, der Universität
Bonn, dem Auswanderermuseum BallinStadt Hamburg).
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Spurensicherungen
Der Gips ist insofern
bei modernen Künstlern beliebt, als der Herstellungsprozess
an sich völlig unprätentiös ist. Er
läuft mechanisch ab, ohne daß die genes
des Werks auf irgendeinen gestalterischen Eingriff
angewiesen wäre.Eben
dies mechanische Reproduzierbarkeit wird auch vom Archäologen
geschätzt..... Eine
weitere sowohl von Archäologen wie auch von zeitgenössischen
Künstlern gesuchte Wirkung liegt in der Ungeschminktheit
des Materials. Hier werden
keine falschen Reize durch
Patina oder kostbare Substanzen
vermittelt, sondern die Botschaft
konzentriert sich auf die pure
Form....
temporäres
Atelier
Für
den Archäologen ist der Abguß Surrogat.
Da man sich des Originals nicht frei bedienen kann,
sorgt Abguß für die Möglichkeit einer
lokalungebundenen Präsenz.
In Werner Schaarmann´s
Abgüssen ist der vergänglich in der Zeit
stehende Mensch das Original. Seine Abgüsse stehen
für etwas,was war,aber nicht mehr ist.Auf
eben diese Eigenschaften weist der von ihm gewählte
Untertitel "Von der Anwesenheit des Abwesenden" hin.
Ebenso ließ sich der Titel auf die archäologischen
Abgüsse übertragen. In
beiden Fällen profitiert die Surrogatfunktion
von dem Umstand, daß der Gips in wunderbarer
Weise bis in das kleinste Detail hinein Eigenschaften
des abgeformten Gegenstands festhält.
Mit der Ausstellung
wird über den Werkstoff ein echter Dialog zwischen
wissenschaftlicher und künstlerischer Verwendung
des Gipses hergestellt und es ist kein Zufall,daß Werner
Schaarmann nun schon zum dritten Male nach Berlin und
Erlangen eine universitäre Abgußsammlung
als Ausstellungsort wählt.
Dr. Wilfred Geominy
anlässlich der Ausstellung “Von der Anwesenheit des Abwesenden“,
im Akademisches Kunstmuseum Bonn 2001
Spurensicherung als Kunstrichtung
Ihren Anfang in Deutschland nahm
die "Spurensicherung" als Kunstrichtung
1974 in einer Ausstellung in Hamburg. Unter diesem
Namen wurde damals eine Gruppe von Künstlern
zusammen gefasst, deren künstlerischen Bestrebungen
eine Zeit lang parallel liefen. Es ging Menschen
wie Nikolaus Lang, Christian Boltanski, Jean Le
Gac, Nancy Graves, Paul-Armand Gette, Charles Simonds,
dem Künstlerpaar Anne und Partrick Poirier
und all den anderen um die Sichtbarmachung und
Konservierung von Lebensspuren, um die Rekonstruktion
und systematische Erfassung des Verschwindenden,
um Beschreibung und Archivierung ephemerer Erscheinungen.
Sie alle verband das Interesse an archäologischen
und restauratorischen Methoden, die sie für
ihre Kunst fruchtbar zu machen verstanden. Kurz:
es ging um die Suche nach dem "authentischen" Bild.
( Katja Behrens | TAZ )
"1901
baute die HAPAG eine Auswandererstadt auf der
Veddel / Hamburg. Hier konnten ab 1906 rund 5.000
Menschen untergebracht werden, und es gab dort
nicht nur Unterkünfte, sondern auch Kirchen,
Synagogen, ein Hotel und einen Musikpavillon.
Das Relikt der Auswandererstadt,
ein flaches, grau-weißes Gebäude nahe
der S-Bahn-Station Veddel, ist versteckt hinter
dichtem Gebüsch und wirkt verschlafen wie
ein Dornröschenschloss. Kaum vorstellbar,
dass hier vor 100 Jahren eine kleine Stadt gewesen
sein soll, Zufluchtsort und Herberge auf Zeit
für Tausende Menschen.
Hier begaben sich zwei Künstler, Werner
Schaarmann aus Hamburg und Nils Grossien
aus New York, auf Initiative der Geschichtswerkstatt
Wilhelmsburg Mitte August 2003 auf eine archäologisch-künstlerische
Spurensuche; sie wollen "den Geist des
Ortes unter dem Staub sichtbar machen"."
1978 Preisträger der Evangelischen
Akademie Tutzing (Zukunftswerkstatt)
1986 Worpswede Stipendium
1990 Preis für Fassadengestaltung
/ Wandmalerei Nürnberg
1992 Japan Stipendium
2001 Stipendium Kunsthaus Strodehne
2001 Katalogförderung durch
die Kulturbehörde der Stadt Hamburg
seit 2001 Projektförderungen
durch die Kulturbehörde der Stadt Hamburg
2003 Wilhelmsburger Kulturpreis
2005 Stadtteilkulturpreis
Hamburg-Wilhelmsburg für "williams@wilhelmsburg"
( hier : Projekt "Schichten der Erinnerung" -
Grabungen im letzten erhaltenen Gebäude der
Auswandererstadt Veddel/BallinStadt und Projekt "Passagiere-Passanten" -
Fotoreportage )
Kurator für
Deutsch-Japanische Kunstprojekte in Deutschland
und Japan,
Deutsch-Französische, Deutsch-Italienische,
Deutsch-Englische
und Deutsch-Amerikanische Kunstprojekte.
Organisation der "Offenen
Ateliers in Hamburg" seit 2001
Werner Schaarmann lebt
und arbeitet in Hamburg-Wilhelmsburg
AUSSTELLUNGEN
in
nationalen und internationalen Galerien, Kunstvereinen
und Museen seit 1978
Ausstellungen und Projekte
seit 2000:
2000 Künstlersymposium
( Europäische Union ) Küstrin, Polen
2000 „Ostchor“, Installation
in Sankt Sebald, Nürnberg
2001 “Von der Anwesenheit des
Abwesenden“, Akademisches Kunstmuseum Bonn