Wenn
Ihnen einer auf die Nerven geht, dann ist es
Heino Jaeger...
... denn Heino Jaeger macht Menschen nach und redet
und redet und redet und redet und redet und redet ...
Heino Jaeger ( Hamburg-Harburg) war konsequent
seiner Zeit voraus. Der scharfe Beobachter kleinbürgerlicher Tristesse
der 1960er und 1970er Jahre zeigte mit einem bewusst kunstlos wirkenden
Strich die nackte Wirklichkeit (Wahrheit) mit einer gespenstischen
Liebe zur Hässlichkeit.
... leben und labern lassen ...
Heino Jaegers Biographie bietet genügend Stoff
für eine Verfilmung a la "Angst und Schrecken in Las Vegas".
Ein durchgeknalltes (RocknRoll) Leben zwischen Schizophrenie und
Genie, zwischen Romantik und depressiver Nachkriegsrealität.
Und Heino konnte häufig anstrengend sein. Vom stundenlangen
nur-so-dasitzen, schweigend, zuhörend, bis zu ungebetenen Schrei-Performances
und stundenlangem "Menschen nachmachen", also reden, reden,
reden, reden.
Als unangepasster, freakiger Underground-Performer,
in Cabarets und Rundfunk ( u.a. Lebensberatung Dr. Jaeger ), entging
er der Massenwirksamkeit, die Loriot beispielsweise auch durch einen
guten Schuss "Jaeger-Inspiration" erreichte.
Der Kult-Star in der intellektuellen Kunst-Szene,
hochgeschätzt von Eckhard Henscheid, Hanns-Dieter Hüsch über
Loriot bis Olli Dittrich, verstarb 1997 und hinterlässt - neben
Schallplatten, die in Gold aufgewogen werden - auch Zeichnungen und
Zeugnisse seiner Malerei, mit Hang ins 19. Jahrhundert.
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Heino Jaeger hat von 1970 - 1973, gemeinsam mit Harold Müller, das "Panorama
der Jahrtausendwende" für das Helms Museum Hamburg-Harburg
gestaltet.
"Es gibt Dinge, die brauchen ihre Zeit.
Die brauchen auch ein anderes Publikum. Wer so seiner Zeit voraus
ist (wie Heino Jaeger), der kann natürlich auch erst
mit einem Publikum rechnen, das in der Zeit lebt, die er schon
- visionär - gesehen hat."
( Hanns-Dieter Hüsch in einem Interview
von Hans-Joska Pintschovius über Heino Jaeger, 1988 )
"Jaeger kam immer zu früh oder zu spät. Als er Ende der Sechziger
entdeckt wurde, musste man links oder sensibler Liedermacher sein. Jaeger war
unpolitisch, schlimmer: bekennender Nostalgiker. Mit Hingabe studierte er die
Spinner und Spießer, die vom Zeitgeist aussortiert wurden: bräsige
Kulturfilmer, monomanische Kleintierzüchter, munter schwadronierende Rentner,
senile Künstlerlegenden, kregle alte Nazis. Wenn er in den Rumpelkammern
der Geschichte das Verdrängte und Vergessene aufstöberte, scheute er
sich nicht, Hitler in Wort und Bild neu zu erfinden, bunte Fabelwesen in SS-Uniformen
zu stecken oder Kriegstrümmer zum Freizeitidyll umzuschminken. Versteht
sich, dass sein eigenwilliger Surrealismus auf Ratlosigkeit oder gar Empörung
stieß. Jaeger konnte aus dem Stegreif unvergessliche Typen entwerfen und
schier alle Sondersprachen, Berufsjargons, Dialekte und Tonfälle nachahmen.
Sein Desperado-Humor war selbstmörderisch: Jaeger äffte Polizei und
Behörden, Ärzte, Seelsorger und Sozialhelfer noch nach, als er schon
ihr Sorgenkind geworden war. Er biss die Hand, die ihn fütterte, verprellte
Auftraggeber, Freunde und Gönner. Aber noch in der Psychiatrie wollten ihn
seine Ärzte für ihre Privatpartys engagieren."
1956 - 59
Studium an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg (Klasse
von Professor Alfred Mahlau)
verschiedene Ausstellungen u.a.
Die Provokation "Heino Jaeger: Ein Maler des deutschen
Reichs stellt in der ehemaligen Reichshauptstadt aus!"
sorgt für einigen Wirbel in Berlin
Neben Gemälden
und Zeichnungen entstehen die legendären
Kurzgeschichten und kabarettistische
Texte, die in Rundfunk, Fernsehen und
auf Langspielplatten verbreitet werden.
"LebensberatungDr. Jaeger"
wird zum Markenzeichen.
1984 zerstört
ein Brand sein Atelier. Seitdem künstlerische Inaktivität,
die 1988 wieder auflebt.
"Wer
derart imstande ist, die Realsatire unseres Daseins
zu treffen, dessen Asche kann schwerlich ganz sterblich
sein."
( Eckhard Henscheid )
Heino Jaeger
lebt weiter
in Buch & CD´s
Heino Jaeger "Hitler in Südamerika" Monologe und Szenen
herausgegeben von
Eckhard Henscheid
Coverbild: Heino Jaeger
Spieldauer: ca. 60 Minuten Audio - CD
Heino Jaeger "Wissenswertes
über Hirsche" Satiren, Parodien, Trouvaillen
Coverbild: Heino
Jaeger Audio - CD
Heino Jaeger "Man
glaubt es nicht"
Leben und Werk
Gebundene Ausgabe - 478 Seiten
Buch von
Hans-Joska
Pintschovius Coverbild:
Heino Jaeger
Heino Jaeger "Lebensberatungspraxis
Dr. Jaeger" in
die CD reinhören
Coverbild:
Heino Jaeger Audio - CD
Heino Jaeger "Alkoholprobleme in Dänemark" Coverbild:
Heino Jaeger
Audio - CD
Loriot:
"Wie konnte es geschehen, dass Heino Jaeger 25 Jahre ein Geheimtipp blieb. Wir
haben ihn wohl nicht verdient."
Olli
Dittrich:
"Heino Jaeger ist der Meister
von uns allen, ein Genie
und bis heute unerreicht."
( ZEIT-Interview | 2006 )
Der
Spiegel:
"Ein würdiger Nachfolger Karl Valentins"
Titanic:
"Die Vielfalt der von Jaeger zum Leben und Labern erweckten Figuren, ihre dialektale
Dämlichkeit und Jaegers darin aalende komische Versiertheit ist schlechterdings,
ja, man kann es nicht anders sagen: genial!"
Salon
Helga vom 19.08.2005 Sondersendung
von FMfour, Österreich
mit einer Auswahl aus
Heino
Jaeger´s "Alkoholprobleme
in Dänemark".
Podcast im mp3-Format
zusammengestellt von Eckhard Henscheid
Heino
Jaeger auf der Bühne des Zillertal Reeperbahn,
Hamburg ~ 1960ger Jahre Spaßguerilla-Aktioninfo
Heino Jaeger konnte
und wollte nichts ernst nehmen. Alles
war komisch.” So hörte
er sich z.B. gerne Hitler-Reden an, fand
sie komisch und strapazierte danach seine
Umgebung stundenlang mit den absurdesten
Hitler-Monologen.”
Überhaupt: der
Führer - bei einem Besuch im “Zillertal”,
eine Art Hofbräuhaus auf der Reeperbahn:
“Der dickste Musiker mischte sich ins Publikum
auf der Suche nach interessanten Laiendirigenten.
Wir zeigten auf Heino. Er durfte sich ein
Musikstück wünschen und ließ die
Kapelle den Badenweilermarsch” (Hitlers
Lieblingsmarsch) spielen.
Er dirigierte
ganz seriös, und mitten in diese entsetzliche
Musikstimmung hinein hob er plötzlich
den rechten Arm, nahm die Hitlerpose ein.
Mir stockte der Atem. Ich befürchtete
fliegende Bierkrüge, lauten Protest
von Seiten der japanischen und amerikanischen
Touristengruppen an den langen Holztischen.
Doch es geschah nichts. Heinos Geste war
wahrhaft richtig für diesen Ort.”
( Jürgen von Tomëi
)
Foto ( Ausschnitt ): Jürgen von Tomëi
PRESSE
_ LINKS
TAZ
"Der verlorene Schatz des Jaegers"
"Jaeger war ein originärer Punk, der mit seinen Künstlerfreunden
einem ästhetischen Konservativismus frönte.
Man hofierte ihn in der Hamburger Halbwelt-Boheme. Er zieht mit dem "Prinz
von Homburg" um die Häuser.
Christian Meurer: Jaeger
war damals so eine Art Geheimtipp bei
vielen und ich
hatte immer den Eindruck, als wollten
etliche, dass das auch so bleibt. Aber
subkutan hat er schon gewirkt auf die
Kabarettszene und auf diese ganze Nonsens-Welt.
Solche Leute wie Loriot und Horst Janssen,
die kannten ihn natürlich. Bei Hüsch,
auch bei Insterburg & Co und Karl
Dall fand man plötzlich Stücke,
die ganz eindeutig bei ihm abgeklatscht
waren."