Wir glauben, dass wahr ist, was wir sehen, aber
ist es auch Wirklichkeit?
In wieweit bestimmen die eigenen Erfahrungen und
unser Wissen das , was wir als Wirklichkeit empfinden?
Wohl alle Psychologiestudenten
kennen den alten Witz von der Laborratte, die einer
anderen Ratte
das Verhalten des Versuchsleiters mit den Worten
erklärt: »Ich habe diesen Mann so trainiert,
dass er mir jedes Mal Futter gibt, wenn ich diesen
Hebel drücke.« Damit beweist die Ratte,
dass sie in derselben Reiz-Reaktionsfolge eine andere
Gesetzmäßigkeit sieht als der Versuchsleiter:
Für ihn ist der Hebeldruck der Ratte eine von
ihr erlernte Reaktion auf einen von ihm unmittelbar
vorher gegebenen Reiz; wie aber die Ratte die Wirklichkeit
sieht, ist ihr Hebeldruck ein Reiz, den sie dem Versuchsleiter
erteilt, worauf er mit dem Geben von Futter als erlernter
Reaktion antwortet usw. Obwohl beide also dieselben
Tatsachen sehen, schreiben sie ihnen zwei sehr verschiedene
Bedeutungen zu und erleben sie daher buchstäblich
als zwei verschiedene Wirklichkeiten.
Frage: Gibt es jemals die Möglichkeit, dass
die Laborratte ihren „Irrtum" erkennt? Oder
muss man gleich mitfragen, ob es die Möglichkeit
gibt, dass der Laborleiter (also wir) einem Irrtum
unterliegen und die Ratte tatsächlich recht
hat?
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?
Das Buch „Wie wirklich ist die
Wirklichkeit?" von
Paul Watzlawick handelt davon, dass die sogenannte
Wirklichkeit das Ergebnis von Kommunikation ist.
Er will zeigen, dass das wacklige Gerüst unserer
Alltagsauffassungen der Wirklichkeit im eigentlichen
Sinne wahnhaft ist, und dass wir fortwährend
mit seinem Flicken und Abstützen beschäftigt
sind - selbst auf die erhebliche Gefahr hin, Tatsachen
verdrehen zu müssen, damit sie unserer Wirklichkeitsauffassung
nicht widersprechen, statt umgekehrt unsere Weltschau
den unleugbaren Gegebenheiten anzupassen. Er will
ferner beweisen, dass der Glaube, es gäbe nur
eine Wirklichkeit, die gefährlichste all dieser
Selbsttäuschungen ist; dass es vielmehr zahllose
Wirklichkeitsauffassungen gibt, die sehr widersprüchlich
sein können, die alle das Ergebnis von Kommunikation
und nicht der Widerschein ewiger, objektiver Wahrheiten
sind.
Die Frage, ob die Welt, in der
z.B. Alzheimer Patienten leben, nicht genauso wirklich
ist, wie die, in der
wir, die „Normalen" leben haben mich schon immer
in meinen Arbeiten beschäftigt. Meine neue Serie.
„Ich dacht ich wär ein Zebra." besteht
aus 10 Arbeiten (Fotografie und Zeichnung). In ihnen
verschwimmt die Wirklichkeit eines Containerterminals,
dessen Logistik uns unerschlossen bleibt, zu einer
verwirrenden Welt, in der das Zebra (ich oder jemand)
scheinbar unbeeindruckt in seiner eigenen Wahrheit
existiert. |ZEBRA-Serie
ansehen
Steine sind nicht so, wie sie
uns auf den ersten Blick erscheinen; sie sind
uns eine Ewigkeit voraus.
Steine erleben die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft zugleich. Sie
leben zyklisch, sie werden geboren, werden älter und erreichen dann wieder
ihren Geburtszustand, indem sie sich teilen und zerfallen.
Sie leben also nicht nur vorwärts in der Zeit , sondern auch rückwärts.
Sie haben die Eigenschaft nicht aufzufallen und still an einem Ort liegen bleiben
zu können.
Steine warten, bis alles vorbei ist.
Vielleicht nehmen sie uns gar nicht wahr... vielleicht aber doch.