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Als der junge Fritz Flebbe sich 1912/13
entschloss, Maler zu werden, befanden sich die bildenden
Künste in Europa in einer Umbruchphase.
Der
Jugendstil der 90iger Jahre des 19. Jahrhunderts löste
sich auf und wurde durch den Expressionismus abgelöst,
der 1905 von der Dresdner Gruppe "Die Brücke" begründet
worden war.
In dieser Situation begann Flebbe sein
Kunststudium - ab 1915 unterbrochen durch den 1. Weltkrieg
- an der Staatlichen Kunst- und Gewerbeschule in Hamburg
bei Arthur Illies.

Selbstbildnis
mit Strohhut - 1914

Flebbes
Kunstauffassung lebt und bildet sich aus der engagierten
Auseinandersetzung mit den jeweils aktuellen Kunstrichtungen.
In der Hauptphase seines Schaffens - den 20iger Jahren
- galt dies dem Expressionismus. Hauptthemen
waren Porträt- und Landschaftsmalerei.
Flebbe war jedoch nicht bereit, dem Kunstgeschmack bzw. der Kunstkritik
Zugeständnisse zu machen und seinen als richtig erkannten Weg -
der Anerkennung oder des materiellen Vorteils wegen - zu verlassen.

Sommernacht
auf den Lofoten - 1925
Innerhalb
von nur 10 Jahren schuf er ein Gesamtwerk von ca. 220 Gemälden,
250 Zeichnungen und Aquarellen sowie 50 Lithographien.
Flebbe
stellt einen interessanten Künstlertypus dar, der sich
nicht nur auf die Malerei und Atelierarbeit beschränkt,
sondern sich auch engagiert für die Vermittlung von
Kunst und Kunstvorstellungen in anderen Medien eingesetzt
hat.
Kunstschriftstellerische
Arbeiten, die Herausgabe der lithographierten Kunstzeitschrift " Die
Insel" und die Organisation zahlreicher Ausstellungen
norddeutscher Maler in Harburg und im niedersächsischen
Raum - wie die umfangreiche Wanderausstellung "Mensch
und Umwelt Niedersachsens", mit Beteiligung von Ernst
Barlach und Otto Modersen - zeigten das enorme Potential
Flebbes.
Für
den Kunstbetrieb Norddeutschlands wie auch für den gedanklichen
Austausch der Malerkollegen hat er viel geleistet und mit
seinen kunsttheoretischen Änderungen zur Standortbestimmung
dieser Epoche markante Facetten beigetragen.
Seine
Werke sind nicht zuletzt Bilder vom Tod und Bilder gegen
den Tod. Denn Flebbe arbeitete mit ihnen auch gegen seinen
eigenen frühen Tod an.
Er suchte und fand nach
der Erschütterung (durch den 1. Weltkrieg
und dem Tod seiner jungen Frau) seinen Weg
in der Kunst - in einem kurzen, aber schöpferischen
Leben.
Dr. Volker Probst
nach Texten
- veröffentlicht in der Monographie
"Fritz Flebbe 1983 - 1929 - 1993"
Sabine Pinkepank-Appel und Antonio Caprano
Verlag : Atelier Diptychon, Groß Lafferde
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