
OTTO
MUEHL
17.
Juni bis 22. September
2005
1968
Idee "Kunst ins
Leben" mit der
Gründung der AAO-(Aktionsanalytische
Organisation) Kommune
am Friedrichshof, Österreich.
1990 - nach der Verurteilung Muehls zu einer
7-jährigen Haftstrafe wegen diverser Sittlichkeits-
und Suchtgiftdelikte - aufgelöst.
Ende
der 60er Jahre wendet sich Muehl vom
elitären Kunstmarkt
ab. Nach seiner gescheiterten
Ehe verkündet er die Überwindung
der Kleinfamilie zur Maxime,
propagiert freien Sex statt 2-erBeziehungen.
Am Ende der Suche nach politischen,
wie gesellschaftlichen Alternativen
steht als Ergebnis die Umsetzung
der Idee "Kunst ins Leben" mit
der Gründung der AAO-(Aktionsanalytische
Organisation) Kommune am
Friedrichshof, Österreich.
Unter
dem Einfluss der Schriften
von
Charles
Fourie, Wilhelm
Reich und Sigmund Freud
entwirft Otto Muehl ein
Gesellschaftsmodell,
dessen wichtigste Merkmale
die Aktionsanalyse, die
Selbstdarstellung, das
gemeinsame Eigentum und
die freie Sexualität
sind. In ihrem "Paradies",
einem potemkinschen Dorf,
abgeschottet vom Rest
der Welt, wollen sie
zum Ursprung menschlichen
Lebens zurückkehren.
Politische Akzeptanz
und die Anerkennung von
Künstlerkollegen
lösten
eine fast kultische Verehrung
aus.
Historischer
Bezug:
Charles
Fourier
(* 7. April 1772
in Besançon; † 19. Oktober
1837 in Paris) war ein französischer
Gesellschaftstheoretiker, ein
Vertreter des Frühsozialismus
und scharfer Kritiker des frühen
Kapitalismus.
Fouriers Werke
wurden ab 1966 in einer kritischen
Gesamtausgabe herausgegeben,
vor allem:
Le nouveaux monde amoureux
("Die neue Liebeswelt"), das wohl um 1820
herum entstand, aber erst 1967 in einer vollständigen
Ausgabe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht
wurde.
Dieses Werk stellt
die kühnste und auch von
seinen eigenen Schülern
am wenigsten vertretene Idee
Fouriers in den Mittelpunkt:
dass eine soziale Revolution
nur verbunden mit einer sexuellen
Revolution im Sinne der Freien
Liebe zum Ziel führen kann.
Erneut bedeutsam
sind die Theorien und Entwürfe
Fouriers im Zuge der 1968er-Revolution
geworden. Deren Motto, »Fantasie
an die Macht« (frz. L'imagination
au pouvoir) entstammt direkt
der Neuen Liebeswelt, und einige
der radikalsten Kommunenexperimente
der 70er Jahre, wie z.B. die
Aktionsanalytische Aktion des
Wiener Aktionismus-Künstlers Otto
Muehl beziehen sich, außer
auf Wilhelm Reich, auch auf Charles
Fourie.
(nach
Wikipedia, der freien
Enzyklopädie)

Foto:
Jens Ullheimer | Muehl-Hamburg-2004
ZITAT:
Dr.
Falckenberg
zur Ausstellung Hamburg 2005
"Der
Wiener Aktionismus hat eine lange
Tradition von de Sade über
Schiele, Artaud, in der Gegenwart
fortgesetzt von McCarthy, Kelley,
Meese und Melgaard, um nur einige
Namen zu nennen. Muehls Kunst
stellt eine wichtige Position
dieser Richtung dar, die eine
wesentliche Wurzel in der Groteske
des Mittelalters hat. Beschmutzungen
und Kopulationen in der Öffentlichkeit
waren auf den karnevalesken Umzügen
der Vergangenheit gang und gäbe."
"Diesen Gesamtzusammenhang
der Kunst deutlich zu machen,
ist das Anliegen der „Otto Muehl-Retrospektive“,
wie wir sie unter Übernahme
der Arbeiten der Ausstellung
im MAK mit der auch dort tätigen
Kuratorin Bettina Busse in Hamburg
zeigen wollen. Auf den Titel
„Lebenswerk“ werden wir verzichten,
da wir den wichtigen Komplex
„Kommune Friedrichshof“
und die spezifisch auf die Kommune
bezogene Kunst in Hamburg ausklammern
werden."
"Wir
sind der Überzeugung,
daß sich die weitreichenden
Fragestellungen und Probleme der
Kommune Friedrichshof nicht
in einer Kunstausstellung aufbereiten
lassen. Dies ist Aufgabe historischer,
soziologischer, psychologischer
und letztlich auch juristischer
Untersuchungen, die an einem
solchen Ort nicht unternommen
werden können."
ZITAT:
Frankfurter
Rundschau
zur Ausstellung Wien 2004
"Der
juristische Streit, der ausgefochten
und entschieden wurde (Muehl
wurde wegen sexuellen Missbrauchs
Minderjähriger belangt,
und im Umfeld der Schau 2004
in Wien wurden jetzt von
ehemaligen Kommunarden neue,
noch unbekannte Vorwürfe
laut), mag die eine Seite der
Medaille sein. Sie hat im Museum
fürwahr nichts zu suchen.
Deswegen aber die Zeit am Friedrichshof, immerhin knappe
20 Jahre, auf die sich auch die meisten Anschuldigungen
beziehen, beinahe vollends auszuklammern, scheint der
falsche Weg. Die Kunst Otto Muehls war und ist eine
Kunst, die sich ins Leben stürzt. Also wird man
sich auch bei ihrer unumgänglichen Aufarbeitung
vor dem Leben nicht so einfach drücken können.
Widerstände hin oder her."
Frankfurter
Rundschau 2004
" Haifisch ohne Zähne"
Die Ausstellung über den Aktionisten, Kommunarden
und Maler Otto Muehl hat Angst vor sich selbst
VON STEPHAN HILPOLD
anlässlich der Ausstellung im Museum für
Angewandte Kunst ( MAK ), Wien 2004
Rede
anlässlich der Eröffnung
der Ausstellung " Otto
Muehl - Leben / Kunst /
Werk - Wien - 2004
von Regis Michel ( Le Louvre
)
Otto
Muehl Biographie
Wikipedia, die freie Enzyklopädie
Galerie
Hofstätter, Wien
- Österreich 
Otto
Muehl Aktionsfotos
u.a. "Materialaktion 5" und "Oh, Tannenbaum"
re-port
Kritik an der MAK Ausstellung
2004 in Wien
Wiener
Aktionismus und Film |
download PDF
Begleitheft | 12-2007 | Verlag
Filmarchiv Austria

Foto: Jens Ullheimer | Muehl-Hamburg-2004