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. HANNE DARBOVEN

Personal Info

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Am Montag, den 09. März 2009
verstarb Hanne Darboven
im Alter von 67 Jahren
in ihrem Wohnort Rönneburg, in Hamburg-Harburg.
--> "Ich schrieb, also war ich" Harburg Magazin KULTUR

"Ich schreibe, also bin ich."

Diese Lebensmaxime von Hanne Darboven hat seit den sechziger Jahren ein Werk entstehen lassen, das in der Kunst nicht seinesgleichen hat, das die Grenzen der bildenden Kunst immer wieder neu auf die Probe stellt.

"Ich schreibe, aber ich beschreibe nichts." – "Ich schreibe, aber ich lese nicht." So beschreibt sie selber das unendliche Ritual des Verfertigens ihrer Kunst, das in seiner Konzentration, Konsequenz und Kontinuität wahrhaft einmalig ist. Auf tausenden und abertausenden von Blättern hat die Künstlerin in scheinbar unendlicher Reihung Zahlen und Buchstaben aufgeschrieben. Schreibzeit – festgeschriebene Zeit - Zeiterinnerung. Das ist ihr Thema.

Zeit wird in diesem Werk zum Raum. Schreibende Tätigkeit zeigt sich am Ende als Installation im Museum, wo die Blätter in gleichförmiger Reihung an den Wänden eine Struktur bilden, die unverkennbare Darboven-Struktur. Ein Extremfall von Konzeptkunst, die bei geduldiger Betrachtung in schwingende visuelle Bewegung gerät.

Anna Brenken

 

 

Hanne Darboven Dokumentationszentrum

Hanne Darboven Stiftung erwirbt Darboven Stammhaus

Hamburg-Harburg | 17. Juli 2012

Um ihre Arbeiten wissenschaftlich zu erfassen und der Allgemeinheit zugänglich zu machen, hat die Hanne Darboven Stiftung die ehemalige Darboven-Villa in Rönneburg zurückgekauft und richtet dort ein Dokumentationszentrum ein. Die wissenschaftliche Aufarbeitung geht mit der Vorbereitung einer geplanten Ausstellungsreihe einher, die im Herbst 2013 in der Sammlung Falckenberg beginnen wird.

Albert Darboven hatte in 2012 bei der Finanzbehörde Hamburg ein Gebot zum Kauf der neben dem ehemaligen Wohnhaus Hanne Darbovens gelegenen Stadtvilla eingereicht. Das Nutzungskonzept sieht vor, daß Hanne Darbovens Kunst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Zudem soll hier das Nachlass-Archiv eingerichtet werden. Auch Wohnräume für Stipendiaten und Stiftungsmitarbeiter sind geplant.

 

BIOGRAPHIE

Hanne Darboven gehört zu den international renommiertesten Konzept-Künstlerinnen.

Sie vertrat Deutschland auf der Biennale in Venedig, hat mehrere Male an der documenta teilgenommen und ist in den wichtigsten internationalen Museen präsent.

  • Geboren 1941 in München,
  • aufgewachsen in Hamburg-Harburg,
  • lebt und arbeitet in Hamburg-Harburg.

Hanne Darboven entwickelte in den 1960er Jahren ein Konzept zur Fortschreibung von Zeit und formalisierte es in einer Abfolge von abstrakten Schreibzeilen und Gruppierungen von Zahlen.
Sie wurde angeregt durch ihre Begegnung mit Künstlern der Minimal Art, vor allem Carl Andre und Sol LeWitt, in New York, wo sie sich 1966/67 aufhielt.

Hanne Darboven ca. 1966/67

Sie distanzierte sich sowohl von der extrovertierten Darstellungsweise der Pop Art als auch von der expressiven Linienführung der Zeichnung.
1968 übernahm sie die Einteilung des Kalenders mit Tag, Monat und Jahr.

Die internationale Anerkennung kam früh. Der New Yorker Galerist Leo Castelli förderte sie, schon 1970 waren ihre Arbeiten im Museum of Modern Art in New York zu sehen, ein Jahr später im Guggenheim-Museum.

In den 1970er Jahren bezog sie ihr Konzept auf literarische Werke wie Homers "Odysee" oder Heinrich Heines "Atta Troll". Mit den Blättern der "Schreibzeit" (1975-80) begann sie sich geschichtlichen Themen zuzuwenden und historische und politische Inhalte zu reflektieren. Dies schlug sich besonders durch die Integration von Bildmaterial in ihrer Arbeit nieder.

Seit 1980 übersetzt sie die ihren visuellen Arbeiten zugrundeliegenden Zahlenkonstruktionen auch in musikalische Strukturen: die Zahlen bestimmter Zeitrechnungen werden von ihr selbst in Töne und musikalische Notationen umgesetzt.

 


Hanne Darboven: Vier Jahreszeiten 1981-82 Opus 7
„Der Mond ist aufgegangen“, 1982, Schallplatte
© SMB, Kunstbibliothek, Foto: Dietmar Katz

Opus 17A

Opus 17a for double bass perfomed by Robert Black
Produced by Jonathan Bepler
Recorded at Aardvark Studio, New York
70 minutes

Produced in association with the exbition "Kulturgeschichte 1880-1983,1980-83" at Dia Center for the Arts, March 28, 1996 - June 29, 1997.

Opus 17A ( 70 Minuten Audio - komplett )

 

1994 erhielt Hanne Darboven in Hamburg den angesehenen Lichtwark-Preis.

klick startet video

Hanne Darboven 2004

Für das Berliner Reichstagsgebäude, in den Fraktionslobbies, im dritten Obergeschoss, wurde die Arbeit "12 Monate (Europa-Arbeit)" von 1997 installiert, die auf 32 Blättern 12 Monate repräsentiert. Die Blätter sind mit Federzeichnung und Collage auf Pergament ausgeführt. Im Unterschied zu den Geschichtsbezügen der Vergangenheit verweist sie auf eine zukünftige Vision von Europa.



(29. April 1941 – 9. März 2009)

"Mein Geheimnis ist, dass ich keins habe."

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Schiff an Ufer
Hanne Darboven: Liest Du mich?
Lawrence Weiner: Ich lese Dich laut und klar
Das Schreiben füllt keine Leere
Das Schreiben tritt in eine Welt ein,
die mit vielen Dingen gefüllt ist
Das Schreiben ist vom ersten Strich an
ein fait accompli
Das Schreiben ist heute
Wir schreiben darum sind wir

Dear Hanne – Lawrence Weiner, NYC, 2004

Hanne Darboven Stiftung / Foundation

 

ARBEITSBEISPIELE

Friedrich II, Harburg 1986

zum Arbeitsbeispiel Friedrich II, Harburg 1986

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Wende 80
eine Dokumentation 1981


Standort: Eingangshalle
Technische Universität
Hamburg-Harburg

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Kulturgeschichte 1880-1983

Hanne Darboven - Dia Art Foundation | New York 1996/1997 - photo: Cathy Carver
(Cultural History 1880-1983), 1980-83.
1,590 Blätter (sheets)
19 Elemente/Skulpturen (elements/sculptures)
Dia Art Foundation | New York 1996/1997
photo: Cathy Carver

Dia Art Foundation

Collection of writings and images about Hanne Darboven's work ( Vivian Bobka )

 

AUSSTELLUNGEN


EINZELAUSSTELLUNGEN

( Auswahl )

2008 Hanne Darboven,
„Buch der Bilder – Fin de Siècle“ (1992-1993)
HAMBURGER BAHNHOF - Museum für Gegenwart, Berlin

2006 Hanne Darboven, Hommage a Picasso,
Deutsche Guggenheim, Berlin

Deutsche Guggenheim


hanne darboven Hommage à Picasso (Detail) 1995-2006  -            Photo:Mathias Schormann - Copyright:© Hanne Darboven

Katalog, 100 Seiten
Hanne Darboven Hommage à Picasso

in Deutsch, mit Texten von Valerie Hillings, Wolfgang Marx und einem Gespräch zwischen Gerd de Vries und Sybille Omlin;
erscheint inkl. CD des Opus 60

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2004
Hanne Darboven, Phoenix Art Stiftung
Sammlung Falckenberg, Hamburg-Harburg
1997 Kinder dieser Welt,
Staatsgalerie Stuttgart
1996 · Kulturgeschichte 1883-1983,
Dia Art Foundation, New York
1991/92 · Die geflügelte Erde, Requiem, Deichtorhallen, Hamburg,
Stedelijk Van Abbemuseum, Eindhoven


GRUPPENAUSSTELLUNGEN

( Auswahl )
2002 · Documenta 11, Kassel
1997 · Deutschlandbilder,
Martin-Gropius-Bau, Berlin
1982 · Biennale di Venezia
1982 · Documenta 7, Kassel
1977 · Documenta 6, Kassel
1972 · Documenta 5, Kassel
1971 · Guggenheim-Museum, New York
1970 · Museum of Modern Art, New York
1969 · "When Attitudes Become Form", Bern

 

 

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