WIR
SIND WIEDER WER
GruppenAusstellung
auf Einladung und in einer Architektur von
Tatjana
Sarah Greiner

Ulla
von Brandenburg |
Nina Braun |
Michael Conrads |
Carola Deye |
Tatiana Echeverri Fernandez |
Julia Horstmann |
Stefan Panhans |
Mirka Raito |
Ingrid Scherr |
Linn Schröder |
Kerstin Stoll |
Mette Thiessen |
Mark Wehrmann |
Anke Wenzel |
Janina Wick |
Kathrin Wolf
Für diese Ausstellung kommen auf Einladung der
Hamburger Künstlerin Tatjana Sarah Greiner 15
Künstler und Künstlerinnen aus Hamburg,
Berlin, London und Paris zusammen.
„Wir sind wieder wer“ ist der Titel.
Es bleibt unklar, wer jetzt hier im Harburger Kunstverein – und
was man hier jetzt „wieder ist“ und vorher
nicht „war“. Der Blick einer entschiedenen
Künstlergeneration richtet sich in dieser Aussage
nach vorne und beschwört mit ironischem Optimismus
die gemeinsame Stärke. Im Bezug auf diesen Kontext
assoziiert sich dieser Ausspruch auch auf einen momentanen „Kunstmarkt-Hype“ von
weltweiten Messen, über „ArtistPensionTrust“ bis „Monopol“,
im Zuge dessen die Kunst gerne zu Ungunsten ihrer
Inhalte auf eine Ware und als ein Spekulationsobjekt
reduziert zu werden droht.
Kuratorin
Tatjana Sarah Greiner
führt durch Teile der Ausstellung | Klick auf Foto startet Video (wmv)
In der von Tatjana Sarah Greiner
entwickelten Ausstellungsarchitektur dreht sich
alles um die veräußerbaren
Werke. Malerei, Skulpturen, Collagen und Fotografie
in unterschiedlichen Formaten werden in einem Labyrinth
aus Messestellwänden gehängt sein. Diese
Stellwände finden normalerweise immer dort ihre
Anwendung, wo nicht ausreichend Wandfläche vorhanden
ist und es darauf ankommt, temporär einen Raum
zu bilden. Gemeinhin gilt die Ausstellungssituation
an Stellwänden für den oder die Künstlerin
als die „allerunterste Kategorie ignoranter
und demütigender Kunstinstrumentalisierung“,
negiert sie doch jede Genauigkeit für einen
Betrachtungskontext des unter diesem Vorsatz entwickelten
Werkes und kann damit zu Recht als Respektlosigkeit
verstanden werden.
Die Messewände sind in dieser Ausstellung jedoch
weit mehr als nur mobile Wandfläche. Sie werden
den Raum des Kunstvereins in eine Art Labyrinth verwandeln
und sich selbst - man denke an Caspar David Friedrichs „Eismeer“ -
zu einer Installation in die Höhe stapeln. Sie
werden somit zu einer Übertreibung, einer Verausgabung
der eigentlich auf Bescheidenheit und Funktionalität
zielenden Materialität des Mediums.
„Wir sind wieder wer“ zielt in ihrer
Besetzung dabei weder auf eine Repräsentanz
für eine potentielle Verwertbarkeit eines Kunstmarktes,
noch auf eine formelle Verbindlichkeit der teilnehmenden
Künstlerinnen untereinander. Tatsächlich
teilen die Künstlerinnen nicht mehr, als den
sozialen Hintergrund einer Freundschaft zu der einladenden
Tatjana Sarah Greiner – ein mehr oder weniger „sich
nahe stehen“, was durchaus auch mal in der
künstlerischen Formsprache untereinander seinen
Ausdruck finden kann.
„Wir sind wieder wer“ als Aussage und
als Architektur ist ausdrücklich und vor allem
eine ironische Aneignung der Bedingungen des Kunstbetriebs.
In dieser Ausstellung stellen sich im Einzelnen 15
interessante künstlerische Positionen und im
Ganzen ein Bild für einen Protest jeder Ignoranz
dem künstlerischen Werk und seinen Autoren gegenüber,
mit dem Wunsch das Soziale – die gemeinsame
Verbindung als eigentliche Stärke zu behaupten.
Pressemitteilung
April 2007