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REIHE:ORDNUNG "ZUKUNFT"

 

15. Mai - 12. Juli 2009

Eröffnung:
Freitag, den 15. Mai 2009, 20 Uhr
Öffnungszeiten: Mi. bis So., 14 bis 18 Uhr
Kunstverein Harburger Bahnhof, im ehemaligen Wartesaal 1. Klasse über Gleis 3 und 4, Fernbahnhof Harburg, Hannoversche Str. 85, 21079 Hamburg Eintritt: ?

 

VERANSTALTUNG:

FR 19 JUN 09 | 20.30 Uhr

BAZON BROCK | www.bazonbrock.de
»Über die negative Affirmation« Ein Vortrag

Affirmation muss nach Bazon Brock nicht die 100%ige Bejahung eines Zustimmung fordernden Anspruchs sein, sondern die mittels 150%iger Überhöhung radikalisierte Formulierung dieses Anspruchs. Durch die Drastik der Bejahung wird die Sinnlosigkeit vieler Aussagenansprüche in ihrer Konsequenz deutlich. Die Affirmationsstrategie wird seit den 1960er Jahren von vielen Künstlern genutzt, um Aussagenansprüche in ihrer Begründungslogik zu zerschlagen.

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KAI SCHIEMENZ

1966 in Erfurt, DE, geboren.
Lebt und arbeitet in Berlin.
kaischiemenz.blogspot.com

studierte an der Berliner Universität der Künste bei Lothar Baumgarten. Seit den 1990er Jahren stellt er international aus, u.a. in folgenden Ausstellungszusammenhängen:

Sculpture Qudrennial Riga (2008);
„ Ideal Cities – Invisible Cities“, Zamosz / Potsdam (2006);
„ Wittgenstein in New York - Architektur in der zeitgenössischen Kunst auf Papier“, Kupferstichkabinett Berlin (2006);
„ Kritische Gesellschaften“, Badischer Kunstverein, Karlsruhe (2006);
Urban Creatures, Pori / FI (2006);
Kappatos Galerie, Athen / GR (2006);
Neuer Berliner Kunstverein (2005);
„ Demokratie üben“, Westfälischer Kunstverein Münster (2005).

2009 | DAAD – Stipendium New York
( Deutscher Akademischer Austauschdienst ),
Artist in Residence in der Monash University, Melbourne (2008)
und in der Villa Aurora, Los Angeles (2005).

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Eine Ausstellung im Rahmen von
SPACE REVISED
| Mai – August 2009 |

Ein Kooperationsprojekt von GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen, Künstlerhaus Bremen, Halle für Kunst Lüneburg und Kunstverein Harburger Bahnhof.

Im Mittelpunkt steht die Reflexion über die vielfältige Verfasstheit des Raumes in der zeitgenössischen Kunstproduktion.

Raumaneignung, Raumverlust, Raumverschiebung und sozialer Raum sind die vier Blickwinkel, aus denen heraus die Kooperation von GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen, Künstlerhaus Bremen, Halle für Kunst Lüneburg und Kunstverein Harburger Bahnhof einen aktuellen Zwischenstand in der jüngsten künstlerischen Auseinandersetzung nachzeichnet.

 

 

 

 

Manufactured Communities.
Raum und Gemeinschaft

Kai Schiemenz


Mit dieser Ausstellung beendet der Harburger Kunstverein den im Jahr 2007 begonnenen Ausstellungszyklus “Reihe:Ordnung sagt“, der unter verschiedenen Schlagworten (Arbeit, Liebe, Geld, Sex, Macht, Freiheit, Zukunft) zeitgenössische KünstlerInnen, -gruppen und Ausstellungsmodelle vorgestellt und ihren ästhetischen Zugriff auf das jeweilige Thema verhandelt hat.

Reihe:Ordnung sagt ZUKUNFT

In den Ausstellungsraum des Kunstvereins Harburger Bahnhof - dem mit prunkvoller Holzvertäfelung versehenen, historischen Wartesaal 1. Klasse - implantiert der Berliner Künstler Kai Schiemenz eine begehbare Skulptur.

Schiemenz räumliche Intervention, changiert zwischen Skulptur, Modell und Architektur, zwischen Anschauung und Nutzbarkeit. Sie beschäftigt sich mit der Konstruktion von Gemeinschaften in öffentlichen Räumen. Architektur wird nicht als neutrale Schachtel begriffen, sondern als konstitutives Element: Gemeinschaften werden ausgehend von Kollektoren geformt und genormt.

Vor dem Hintergrund der Debatte über die disziplinierende Funktion von Architektur untersucht die Ausstellung “Manufactured Communities. Raum und Gemeinschaft” in einer Laborsituation aus Workshops, Kolloquien und Aufführungen, die innerhalb und außerhalb der Skulptur stattfinden, Handlungsansätze und Praktiken im Raum.


 

Räumliche Situationen und deren sozialer Organisation

Schon seit Ende der Neunzigerjahre beschäftigt sich der Künstler Kai Schiemenz mit räumlichen Situationen und deren sozialer Organisation. Seine erste “Arena” baute der HdK-Absolvent vor einigen Jahren im Neuen Berliner Kunstverein (NBK), weitere begehbare Skulpturen folgten. Im Sommer 2006 sorgte eine spektakuläre schneckenartige Turmkonstruktion, die er im polnischen Zamosc für das internationale Ausstellungsprojekt “Ideal city - Invisible cities” baute, für Aufsehen.

Das exekutierende Bindeglied zwischen künstlichen Welten und künstlichen Personen heißt Architektur. Schiemenz konstruiert keine künstlichen Welten, in denen sich reale Menschen aufhalten. Sondern wirkliche Modelle, die künstliche Menschen produzieren. Jeder Mensch befindet sich in der Nähe einer Architektur - die aber nicht lesbar macht, sondern nur codiert. Das Schloss. Die Wand. Das Fenster. Das Geheimnis dieser Räume liegt weniger in den Menschen, die diese Räume nach ihren Bedürfnissen geschaffen haben als in den diskreten Befehlen und uneinsehbaren Folgschaften, mit denen sie sich nach den Räumen richten und regeln, die sie bewohnen. Die Architektur als Gestell des Menschen baut - nach Heideggers Bauen Wohnen Denken - mit dem äußeren topos auch immer einen inneren nomos.

Die Architekturen produzieren Situationen oder Funktionen - Begegnungen und Befehle an Menschen, die eher von Räumen manövriert werden, als dass sie sich in ihnen frei bewegen. Eine Architektur schafft Optionen, indem sie andere ausschließt. Weil sie kontingent ist, kann sie niemals Freiheit gestatten, sondern nur einen Freiraum innerhalb von etwas anderem, das ausgeschlossen wurde.

Räume ermöglichen Bewegungen, indem sie andere verbauen. Ausstellungsarchitekturen erzeugen Kunstwerke, indem sie andere verbunkern. Wenn Schiemenz eine Ausstellungsarchitektur zitiert - wie die Stellwände der X. Kunstausstellung der DDR 1987/88 in Dresden - dann wird damit nicht nur eine Institution und deren Repräsentation eingespielt. Als Architektur instituiert und formatiert die simple Stellwand auch Stellungen und Einstellungen, Blicke und Blickwendungen, Geschichten und deren Anordnung. Als Gestell der Kunst-Geschichte bindet die Ausstellungsarchitektur nicht nur die Betrachterfiguren, sondern auch deren Position und Haltung zur Kunst. [ via Knut Ebeling | Galerie Koch und Kesslau ]


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